Universal Design – was bedeutet das?
Bei kwer bedeutet Universal Design, Produkte und Umgebungen so zu gestalten, dass sie von möglichst vielen Menschen ohne zusätzliche Anpassungen genutzt werden können und gerne genutzt werden wollen. Unabhängig von individuellen Fähigkeiten oder Einschränkungen.
Für uns bedeutet inklusives Design, bestehende Normen zu hinterfragen und neue Lösungen zu entwickeln, die Ästhetik, Funktionalität und Inklusion verbinden und Stigmatisierung entgegenwirken. Universal Design verstehen wir als ganzheitlichen Designansatz, bei dem Lösungen gemeinsam mit unterschiedlichen Menschen und ihren Bedürfnissen entwickelt werden.
Gesellschaftliche und gestalterische Relevanz
In den 80er Jahren begann Ronald Mace das Konzept zu “Design for all” zu formulieren¹. Seit 1997 stehen uns als Designer*innen die “7 principles of universal design” zur Verfügung². Unsere Gesellschaft ist heute vielfältiger denn je. Und das Bedürfnis nach Individualität war schon immer vorhanden und steigt stetig an. Universal Design sehen wir in diesem Szenario als Chance, Zugang zu schaffen. Zugang für alle Menschen, sich am Gestaltungsprozess zu beteiligen, um so Individualität zu fördern.
Ein inklusiver Designansatz denkt nicht in Normen und Ausschlüssen, sondern in Möglichkeiten und Teilhabe. Universal Design schafft keine Speziallösungen für einzelne Gruppen, sondern gestaltet Produkte, Räume und Systeme so, dass sie von möglichst vielen Menschen sinnvoll genutzt werden können.
So fördert Universal Design eine neue Selbstverständlichkeit von Inklusion und leistet einen Beitrag zu einer inklusiven Gesellschaft.
Gestalterischer Ansatz und Vorgehen von kwer
In der Uno BRK wird Universal Design wie folgt beschrieben: „Universal Design bezeichnet die Gestaltung von Produkten, Umgebungen, Programmen und Dienstleistungen, die für alle Menschen in grösstmöglichem Umfang ohne weitere Anpassung oder spezialisierte Gestaltung nutzbar sind. Dies schliesst Hilfsmittel für bestimmte Gruppen von Menschen mit Behinderungen nicht aus, wenn sie benötigt werden.“³
Bei kwer gehen wir einen Schritt weiter. Universal Design bedeutet für uns nicht nur, dass Produkte möglichst zugänglich und nutzbar sind, sondern auch, dass sie gerne genutzt werden. Funktionalität, Ästhetik und Inklusion werden deshalb von Anfang an gemeinsam gedacht.
Wie gelangen wir mit kwer zu universell nutzbaren Produkten? Unser gestalterischer Ansatz beruht auf einigen zentralen Prinzipien:
Partizipative Entwicklung: Wir beginnen nicht mit einer Idee, sondern mit einem Raum voller Menschen. Daraus entstehen Ideen, welche wir gemeinsam mit Nutzer*innen weiterentwickeln zu Produkten, Konzepten, Abläufen und Systemen. Dabei hilft uns ein spielerischer Ansatz, dass sich alle Beteiligten gleich einbringen können.
Mut zum Hinterfragen: Vieles scheint in unserem Alltag selbstverständlich. “Wir haben das schon immer so gemacht.” Dass aber nicht alle Lösungen auch immer für alle Menschen funktionieren, gerät dabei schnell mal in den Hintergrund. Man arrangiert sich, man improvisiert, man findet sich damit ab. Wir sind der Überzeugung, dass es auch anders geht und dass wir darauf Einfluss nehmen können und dürfen, wie unsere Umwelt gestaltet ist.
Reduktion und Einfachheit: Je einfacher Produkte und Prozesse gestaltet sind, desto zugänglicher können sie sein. Deshalb fragen wir: Warum brauchen wir das? Wer braucht es? Wie wird es genutzt? Daraus entsteht die Grundlage für einfache und funktionale Lösungen.
Iteratives Testen mit Vielfalt: Unsere Prototypen werden fortlaufend mit unterschiedlichen Nutzer*innen getestet. Menschen verschiedenen Alters, mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen bringen ihre Erfahrungen ein. Die Erkenntnisse fliessen direkt in die Weiterentwicklung ein und helfen uns, Produkte möglichst universell nutzbar zu gestalten.
Dieser Ansatz ist aufwendig. Doch er sorgt dafür, dass unsere Lösungen auf realen Bedürfnissen basieren, zugänglich sind und einen echten Mehrwert bieten.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie kwer Universal Design in konkrete Produkte übersetzt, abonniere unseren Newsletter und begleite uns im Blog.
Quellen:
¹https://universaldesign.org/definition
²https://universaldesign.ie/about-universal-design/the-7-principles
³https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2014/245/de